Willkommen Lernlust

Miniquiz: Welcher Hauptlernkanal ist bei Schülern am häufigsten anzutreffen?

( ) visuell (=sehen)

( )   auditiv (=hören)

 ( )  kinästhetisch (= erfühlen/bewegend erfahren)

 

Eine wichtige Frage die zum Nachdenken anregt:

Welcher wird im Moment in der Schule am ehesten bedient?

( ) visuell (=sehen)

( )   auditiv (=hören)

 ( )  kinästhetisch (= erfühlen/bewegend erfahren)

Vielleicht erwartet dich (wie mich) ein großes Aha-Erlebnis. Die Auflösung lest ihr in meinem heutigen Beitrag!

Diese und mehrere sehr wichtige Informationen habe ich von Klaus Grübl in seiner Fortbildung zur Lernlust erfahren. Ihr findet ihn und sein ganzes Team auf www.comak.at mit vielen weiteren sehr spannenden und tollen Themen.

Wie nehmen wir eigentlich Informationen im Unterricht, bei Vorträgen oder in allen Gesprächen auf?

Viele kennen vermutlich das VAKOG – Model und die daraus resultierenden Hauptkanäle beim Lernen:

V – visuell

A – auditiv

K – kinästhetisch

O – olfaktorisch

G – gustatorisch

 

dav

Für die Schule sind der visuelle, auditive und kinästhetische Bereich besonders interessant, da die anderen nur sehr selten vorkommen.

Während wir ein Gespräch führen, dem Unterricht folgen oder auch nur spazieren gehen wirken ca. 50 000 000 bit/s auf unser Gehirn ein. Damit unser Kopf nicht komplett überlastet ist, werden nur ca. 70 – 100bit/s verarbeitet und zwar am liebsten und am leichtesten in unserem Hauptlernkanal.

Deshalb ist es so wichtig als Lehrer die ersten drei der oben vorgestellten „Lernkanäle“ möglichst oft einzubauen, da dann die Information bei allen „richtig“ ankommt.

Einige Besonderheiten der visuellen Typen (= Hauptsinneskanal visuell)

Vorweg möchte ich gleich dazu sagen, dass nicht alle Punkte zutreffen müssen um diesen Hauptsinneskanal zu haben!

Er liest meistens gerne und sehr gut und erinnert sich gut an Gelesenes.

Sie speichert Landkarten im Kopf, beobachtet gerne und hat einen aufmerksamen Blick.

Für das Lernen ist eine gut überdachte, aufgeräumte Umgebung und Struktur beim Lernen wichtig. Unordnung ist meistens kontraproduktiv.

Sie sitzt meistens aufrecht und achtet auf eine visuell ansprechend gestaltete Umwelt. Oft trägt sie modische und gepflegte Kleidung.

Er verwendet gerne bildhafte Sprache wie: Haben sie das gesehen? Das sieht aus als ob, ….

Besonderheiten von auditiven Typen (= Hauptsinneskanal auditiv)

Oft verfügt er über einen großen Wortschatz und ist sehr redegewandt. Durch akustische Störungen lässt er sich leicht ablenken. Dieses Kind sollte natürlich nicht unbedingt in der letzten Reihe sitzen, wo es dann nie den Inhalt von vorne mitbekommt.

Ihre Stimme ist ausdrucksstark und sie liebt rhythmisches Sprechen (Rap, Reime). Gedichte und Reime lernt sie leicht auswendig.

Musik spielt eine große Rolle im Leben und auch die Stimmung wird von ihr leicht beeinflusst.

Beim Lesen liest das Kind gerne halblaut oder laut und meistens etwas langsamer. Er schreibt Wörter meistens der Lautschrift nach (= höhere Fehlerquote beim Rechtschreiben).

Sie verwendet gerne folgende Sprache: Hast du das gehört? Das klingt gut. Dem stimme ich zu.

Besonderheiten von kinästhetischen Typen (= Hauptsinneskanal kinästhetisch):

Er erfühlt Dinge und hat oft eine gute Körperbeherrschung.

Sie experimentiert gerne, weil das Tun im Vordergrund steht.

Die Handschrift ist oft schlecht und die Rechtschreibung ist eine Glückssache, da sie mit dem eigenen Gefühl kontrolliert wird, das sich immer wieder ändert.

Sie ist bei falsch präsentierten Inhalten oft unkonzentriert. Visuelle Reize müssen gespürt oder berührt werden und Musik aktiv betanzt werden. Meistens besitzt der Mensch eine größere Risikobereitschaft und sieht eher das Große und Ganze und nicht die Details.

Er gestikuliert meistens wild und beim Lernen ist Bewegung zur Gehirnaktivierung nötig.

Sie ist unruhig und die eigene Kleidung muss bequem sein und sich gut anfühlen. Der unmittelbare Kontakt mit der Lehrerin ist sehr wichtig.

Konzentrations(s)pannen bei Kindern (= Vorbeugung von Pannen – bitte Zeiten einhalten ;))

 

Kinder im Alter durchschnittliche Konzentrationsdauer
5 – 7 Jahre bis 15 min
7 – 10 Jahre bis 20 min
10 – 12 Jahre bis 25 min
12 – 16 Jahre bis 30 min

 

Zwischen diesen Zeiten können ja kurze auflockernde Phasen erfolgen, wie z.B das Singen und Tanzen von Bewegungsliedern, das in meiner Klasse super funktioniert.

Dazu kann ich die Lichterkinder CD mit den Spiel- und Bewegungsliedern, gerade für 5 – 8 Jährige sehr empfehlen, da sie bei mir im Dauereinsatz läuft.

Ergebnisse: Welche Hauptkanäle kommen vor und was bedeutet das für die Schule?

70 % der Menschen lernen am besten über den auditiven Kanal.

15 % der Menschen lernen am besten über den visuellen Kanal und 15 % über Bewegung, also den kinästhetischen Kanal.

Ein Beispiel wie diese Lernkanäle verteilt sein können findet ihr hier:

dav

Bei Burschen und Mädchen gibt es leichte Abweichungen, da Mädchen ein bisschen einen höheren visuellen Hauptanteil und Jungen mehr kinästhetischen Hauptanteil haben.

Wow, das hätte ich so nicht gedacht. Ehrlich gesagt hatte ich mit viel mehr visuellem Anteil gerechnet, wahrscheinlich da ich selber sicher ein visueller Typ bin.

Was bedeutet das aber konkret für die Schule?

In der Schule wurde und wird (meistens) sehr viel Wert auf den visuellen Kanal gelegt. Ich denke dabei an das Abschreiben von Informationen, das Hervorheben mit Farben und das Lesen von Informationen im Allgemeinen.

Diese Ergebnisse zeigen für mich wie wichtig es ist:

Diese Unterschiede überhaupt zu wissen, um alle Kanäle erfolgreich immer wieder in den Unterricht einfließen zu lassen. Dann macht allen Beteiligten lernen wieder (mehr) Spaß.

Den großen auditiven Anteil zu sehen und daher viel mehr:

– Gruppengespräche zuzulassen, indem Wissen durch weitererzählen verankert wird

– Kleingruppengespräche über ein Thema das gelernt werden soll einzubauen

– gegenseitiges Vorstellen von unterrichtsrelevanten Themen

Auch die kinästhetischen Kinder und ihre oft großen „Schwierigkeiten“ in unseren Schulen zu sehen und

– Bewegungsphasen einzubauen, wann immer das möglich ist

– diesen Kindern zu erlauben beim Lernen herumzugehen oder gegen ein Terraband unter dem Tisch zu treten (was dann so gut wie niemanden stört) um sich besser konzentrieren zu können.

Außerdem sollten die Kinder in Freiarbeitsphasen mit dem Lehrer herausfinden welche Lernart für sie am besten geeignet ist und diese sollten sie dann auch einüben dürfen. Dann wird Schule zu einem Ort, der wichtige Lernstrategien (auch für später) vermittelt.

Eine Möglichkeit zur Testung der Kanäle:

1)

Zehn Bilder betrachten/lesen

Fünf Minuten Mathematik Beispiele lösen

An wie viele Bilder kann ich mich noch erinnern?

2)

Zehn Begriffe hören

Fünf Minuten Mathematik Beispiele lösen

An wie viele Begriffe kann ich mich noch erinnern?

3)

Zehn Dinge ertasten

Fünf Minuten Mathematik Beispiele lösen

An wie viele Dinge kann ich mich noch erinnern?

 

 

In der Schule versuchen wir (und ich war keine Ausnahme) oft die Kinder umzuändern, statt die Gegebenheiten zu analysieren und das beste für die Kinder zu versuchen und unsere Möglichkeiten auszutesten um Freude und gehirngerechtes Lernen für alle möglich zu machen.

Viele Studien belegen, dass die Aktivierung von mehreren Sinneskanälen das Einspeichern von Informationen extrem erleichtert und im Gehirn viel mehr Hirnareale eingeschaltet werden (nach Klaus Grübl zitiert von Spektrum der Wissenschaft).

Ich hoffe der Beitrag hat euch gefallen. Ihr könnt mir gerne Kommentare schreiben und eigene Vorschläge einbringen.

Bis bald Eure Iris

 

 

3 Gedanken zu „Willkommen Lernlust“

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