Meine Highlights „Wichtige Infos mit Baby“ – Beziehung und Bindung

Beziehung und Bindung

Menschenbabys sind eigentlich Frühgeburten (im Sinne der Selbstversorgung), unglaublich pflegebedürftig und auf uns Erwachsene angewiesen.

Unsere Babys kennen am Beginn ihres Lebens (gerade in den ersten Monaten) keinen Dringlichkeitsunterschied in ihren Bedürfnissen. Sie nehmen ihr derzeitiges Bedürfnis als überlebensnotwendig wahr und denken sie werden sterben, wenn es nicht erfüllt wird.

Sofortige Reaktion auf das Weinen des Babys bzw. seiner Bedürfnisse verstärkt die Bindung, was eine Positivspirale in Gang setzt. Je fürsorglicher eine Mama mit ihrem Baby umgeht, desto bessere Instinkte entwickelt sie und umso kompetenter wird sie im Umgang.

Bsp: Das Baby kommuniziert, dass es Hunger hat, die Mama versteht es sofort und stillt das Baby (oder gibt ihm sein Fläschchen). Das Baby ist wieder glücklich und hört auf zu weinen. Die Mutter fühlt sich kompetent und wird sich das nächste Mal wieder rasch um die Bedürfnisse kümmern.

Eine wichtige Erkenntnis

Die Fähigkeit einem Plan nachzugehen und ihn auszuführen entwickeln Kinder erst mit fünf bis sieben Jahren. Sie können uns im Kleinkindalter schlichtweg nicht manipulieren, wie das in vielen Redewendungen und Ansichten noch immer behauptet wird. Auch die Fähigkeit Gefühlen nicht mehr hilflos ausgeliefert zu sein (Trotzanfälle und co), bildet sich bei Kindern erst mit fortlaufender Hirnentwicklung.

Aber???

Was macht das zweijährige Kind, dass die Milch am Glas vorbeischüttet und uns angrinst?

???

Es testet seine Selbstwirksamkeit und will sehen wie wir reagieren. Es hat aber nicht die Absicht uns zu ärgern oder zu manipulieren, sondern es will sehen ob es seine Umwelt durch seine Taten beeinflussen kann.

Hier können wir viel bewirken:

Im ersten Lebensjahr wird entscheidend über die Glücksfähigkeit des späteren Menschen entschieden. Babys die im ersten Lebensjahr wenig Nähe erfahren haben und deren Bedürfnisse erst spät befriedigt werden, können später (als Erwachsene) weniger Glückshormone ausschütten als Babys die mit viel Fürsorge begleitet wurden.

In Stresssituationen (Wutanfall, Trotzanfall) schaltet sich bei unseren Klein-Menschen das Reptiliengehirn ein und das Wegsperren beziehungsweise aufs Zimmer schicken ist kontraproduktiv, da sich das Kind nicht beruhigt und keine besseren Möglichkeiten zur Bewältigung findet. Wichtig ist es dem Kind zu helfen wieder mit sich in Verbindung zu gehen und wenn es sich mit unserer Hilfe beruhigen konnte, kann man auch über die Situation sprechen.

Bis zu einem Alter von ca. zwei bis vier Jahren sind Kinder nicht in der Lage sich alleine zu beruhigen.

Wichtig: Resignation ist keine Selbstberuhigung. Wenn auf das Schreien z.B von einem Baby nicht eingegangen wird, gibt es irgendwann auf. Das hat aber nichts damit zu tun, dass es dann keinen inneren „Stress“ erleidet.

Ein tolles Bild aus dem Buch „Baby Basics“:

Wir stellen uns ein Auto vor. Das Gas ist der Sympathikus, der beim Kind gut entwickelt ist, da er für das Überleben notwendig ist. Manchmal muss man jedoch mit einem Auto auch bremsen. Hierfür brauchen Babys den Parasympathikus der jedoch erst durch Training aktiviert wird. Wenn ein Kind in Beisammensein mit seinem Fahrschullehrer (Mama, Papa) lernt auch zu bremsen (sich zu beruhigen), wird es dies auch später können und bis dahin fährt das Auto mit Unterstützung wieder ruhig vor sich hin.

action blur car child
Photo by Nubia Navarro (nubikini) on Pexels.com

.

Sehr gut gefällt mir bei dem Umgang mit dem Kind auch die Frage: „Würde ich meinen Partner oder eine Freundin so behandeln, wie ich gerade mit meinem Kind umgehe?“

Wir können also auch mit unseren Kindern in Beziehung gehen und sie in schwierigen Situationen begleiten. Wir dürfen ihnen zeigen, dass wir traurig sind oder wütend, sie dabei aber nicht im Stich lassen. Wir können z.B sagen: „Ich bin jetzt gerade sehr wütend, weil du den Teller auf den Boden geschmissen hast. Ich muss jetzt kurz ein paar Mal tief ein und ausatmen. Ich habe dich gebeten nicht mit dem Geschirr zu spielen. Dass es jetzt kaputt ist macht mich sehr wütend.“  Dann kann man gemeinsam die Scherben aufräumen.

Wenn wir ein Kind in dieser Situation mit Beziehungsabbruch bestrafen, lernt es ohnmächtig und frustriert zu sein und wird das auch in seinem späteren Leben ausleben.

Wenn wir mit unseren Kindern in Beziehung gehen, lernen sie das sie Einfluss auf ihr Leben haben und es selbst gestalten können.

Zwei Praxistipps zum Schluss:

Verschaffe dir Zeit zum Nachdenken, indem du sagst: „Lass mich kurz darüber nachdenken …“ Das gibt unserem Gehirn die Pause, die es vielleicht braucht um nicht in gelernte/anerzogene Muster zu verfallen.

Schaffe in deiner Wohnung eine „Ja-Umgebung“, damit du dem Kind nicht andauernd etwas Verbieten musst, was unnötig ist. Achte also darauf, dass möglichst viele Gegenstände in dem kindlichen Umkreis auch erlaubt sind.

Infos aus dem Buch:

Diana Schwarz, Frauke Ludwig, Baby Basics – Alles was ihr über euer Baby wissen solltet, Verlag: Kösel 2018

 

 

 

 

Willkommen Lernlust

Miniquiz: Welcher Hauptlernkanal ist bei Schülern am häufigsten anzutreffen?

( ) visuell (=sehen)

( )   auditiv (=hören)

 ( )  kinästhetisch (= erfühlen/bewegend erfahren)

 

Eine wichtige Frage die zum Nachdenken anregt:

Welcher wird im Moment in der Schule am ehesten bedient?

( ) visuell (=sehen)

( )   auditiv (=hören)

 ( )  kinästhetisch (= erfühlen/bewegend erfahren)

Vielleicht erwartet dich (wie mich) ein großes Aha-Erlebnis. Die Auflösung lest ihr in meinem heutigen Beitrag!

Diese und mehrere sehr wichtige Informationen habe ich von Klaus Grübl in seiner Fortbildung zur Lernlust erfahren. Ihr findet ihn und sein ganzes Team auf www.comak.at mit vielen weiteren sehr spannenden und tollen Themen.

Wie nehmen wir eigentlich Informationen im Unterricht, bei Vorträgen oder in allen Gesprächen auf?

Viele kennen vermutlich das VAKOG – Model und die daraus resultierenden Hauptkanäle beim Lernen:

V – visuell

A – auditiv

K – kinästhetisch

O – olfaktorisch

G – gustatorisch

 

dav

Für die Schule sind der visuelle, auditive und kinästhetische Bereich besonders interessant, da die anderen nur sehr selten vorkommen.

Während wir ein Gespräch führen, dem Unterricht folgen oder auch nur spazieren gehen wirken ca. 50 000 000 bit/s auf unser Gehirn ein. Damit unser Kopf nicht komplett überlastet ist, werden nur ca. 70 – 100bit/s verarbeitet und zwar am liebsten und am leichtesten in unserem Hauptlernkanal.

Deshalb ist es so wichtig als Lehrer die ersten drei der oben vorgestellten „Lernkanäle“ möglichst oft einzubauen, da dann die Information bei allen „richtig“ ankommt.

Einige Besonderheiten der visuellen Typen (= Hauptsinneskanal visuell)

Vorweg möchte ich gleich dazu sagen, dass nicht alle Punkte zutreffen müssen um diesen Hauptsinneskanal zu haben!

Er liest meistens gerne und sehr gut und erinnert sich gut an Gelesenes.

Sie speichert Landkarten im Kopf, beobachtet gerne und hat einen aufmerksamen Blick.

Für das Lernen ist eine gut überdachte, aufgeräumte Umgebung und Struktur beim Lernen wichtig. Unordnung ist meistens kontraproduktiv.

Sie sitzt meistens aufrecht und achtet auf eine visuell ansprechend gestaltete Umwelt. Oft trägt sie modische und gepflegte Kleidung.

Er verwendet gerne bildhafte Sprache wie: Haben sie das gesehen? Das sieht aus als ob, ….

Besonderheiten von auditiven Typen (= Hauptsinneskanal auditiv)

Oft verfügt er über einen großen Wortschatz und ist sehr redegewandt. Durch akustische Störungen lässt er sich leicht ablenken. Dieses Kind sollte natürlich nicht unbedingt in der letzten Reihe sitzen, wo es dann nie den Inhalt von vorne mitbekommt.

Ihre Stimme ist ausdrucksstark und sie liebt rhythmisches Sprechen (Rap, Reime). Gedichte und Reime lernt sie leicht auswendig.

Musik spielt eine große Rolle im Leben und auch die Stimmung wird von ihr leicht beeinflusst.

Beim Lesen liest das Kind gerne halblaut oder laut und meistens etwas langsamer. Er schreibt Wörter meistens der Lautschrift nach (= höhere Fehlerquote beim Rechtschreiben).

Sie verwendet gerne folgende Sprache: Hast du das gehört? Das klingt gut. Dem stimme ich zu.

Besonderheiten von kinästhetischen Typen (= Hauptsinneskanal kinästhetisch):

Er erfühlt Dinge und hat oft eine gute Körperbeherrschung.

Sie experimentiert gerne, weil das Tun im Vordergrund steht.

Die Handschrift ist oft schlecht und die Rechtschreibung ist eine Glückssache, da sie mit dem eigenen Gefühl kontrolliert wird, das sich immer wieder ändert.

Sie ist bei falsch präsentierten Inhalten oft unkonzentriert. Visuelle Reize müssen gespürt oder berührt werden und Musik aktiv betanzt werden. Meistens besitzt der Mensch eine größere Risikobereitschaft und sieht eher das Große und Ganze und nicht die Details.

Er gestikuliert meistens wild und beim Lernen ist Bewegung zur Gehirnaktivierung nötig.

Sie ist unruhig und die eigene Kleidung muss bequem sein und sich gut anfühlen. Der unmittelbare Kontakt mit der Lehrerin ist sehr wichtig.

Konzentrations(s)pannen bei Kindern (= Vorbeugung von Pannen – bitte Zeiten einhalten ;))

 

Kinder im Alter durchschnittliche Konzentrationsdauer
5 – 7 Jahre bis 15 min
7 – 10 Jahre bis 20 min
10 – 12 Jahre bis 25 min
12 – 16 Jahre bis 30 min

 

Zwischen diesen Zeiten können ja kurze auflockernde Phasen erfolgen, wie z.B das Singen und Tanzen von Bewegungsliedern, das in meiner Klasse super funktioniert.

Dazu kann ich die Lichterkinder CD mit den Spiel- und Bewegungsliedern, gerade für 5 – 8 Jährige sehr empfehlen, da sie bei mir im Dauereinsatz läuft.

Ergebnisse: Welche Hauptkanäle kommen vor und was bedeutet das für die Schule?

70 % der Menschen lernen am besten über den auditiven Kanal.

15 % der Menschen lernen am besten über den visuellen Kanal und 15 % über Bewegung, also den kinästhetischen Kanal.

Ein Beispiel wie diese Lernkanäle verteilt sein können findet ihr hier:

dav

Bei Burschen und Mädchen gibt es leichte Abweichungen, da Mädchen ein bisschen einen höheren visuellen Hauptanteil und Jungen mehr kinästhetischen Hauptanteil haben.

Wow, das hätte ich so nicht gedacht. Ehrlich gesagt hatte ich mit viel mehr visuellem Anteil gerechnet, wahrscheinlich da ich selber sicher ein visueller Typ bin.

Was bedeutet das aber konkret für die Schule?

In der Schule wurde und wird (meistens) sehr viel Wert auf den visuellen Kanal gelegt. Ich denke dabei an das Abschreiben von Informationen, das Hervorheben mit Farben und das Lesen von Informationen im Allgemeinen.

Diese Ergebnisse zeigen für mich wie wichtig es ist:

Diese Unterschiede überhaupt zu wissen, um alle Kanäle erfolgreich immer wieder in den Unterricht einfließen zu lassen. Dann macht allen Beteiligten lernen wieder (mehr) Spaß.

Den großen auditiven Anteil zu sehen und daher viel mehr:

– Gruppengespräche zuzulassen, indem Wissen durch weitererzählen verankert wird

– Kleingruppengespräche über ein Thema das gelernt werden soll einzubauen

– gegenseitiges Vorstellen von unterrichtsrelevanten Themen

Auch die kinästhetischen Kinder und ihre oft großen „Schwierigkeiten“ in unseren Schulen zu sehen und

– Bewegungsphasen einzubauen, wann immer das möglich ist

– diesen Kindern zu erlauben beim Lernen herumzugehen oder gegen ein Terraband unter dem Tisch zu treten (was dann so gut wie niemanden stört) um sich besser konzentrieren zu können.

Außerdem sollten die Kinder in Freiarbeitsphasen mit dem Lehrer herausfinden welche Lernart für sie am besten geeignet ist und diese sollten sie dann auch einüben dürfen. Dann wird Schule zu einem Ort, der wichtige Lernstrategien (auch für später) vermittelt.

Eine Möglichkeit zur Testung der Kanäle:

1)

Zehn Bilder betrachten/lesen

Fünf Minuten Mathematik Beispiele lösen

An wie viele Bilder kann ich mich noch erinnern?

2)

Zehn Begriffe hören

Fünf Minuten Mathematik Beispiele lösen

An wie viele Begriffe kann ich mich noch erinnern?

3)

Zehn Dinge ertasten

Fünf Minuten Mathematik Beispiele lösen

An wie viele Dinge kann ich mich noch erinnern?

 

 

In der Schule versuchen wir (und ich war keine Ausnahme) oft die Kinder umzuändern, statt die Gegebenheiten zu analysieren und das beste für die Kinder zu versuchen und unsere Möglichkeiten auszutesten um Freude und gehirngerechtes Lernen für alle möglich zu machen.

Viele Studien belegen, dass die Aktivierung von mehreren Sinneskanälen das Einspeichern von Informationen extrem erleichtert und im Gehirn viel mehr Hirnareale eingeschaltet werden (nach Klaus Grübl zitiert von Spektrum der Wissenschaft).

Ich hoffe der Beitrag hat euch gefallen. Ihr könnt mir gerne Kommentare schreiben und eigene Vorschläge einbringen.

Bis bald Eure Iris

 

 

Ist Intelligenz angeboren oder erworben?

Diese Frage stellten sich Menschen immer wieder.
Überlege einmal kurz für dich wie deine Antwort darauf lautet.

 

 

Meine Antwort in nicht allzu ferner Vergangenheit hätte folgendermaßen gelautet:
Entweder es ist für jemanden „leicht“ etwas zu lernen, oder jemand hat es „schwerer“ und daher ist es vermutlich angeboren. So habe ich es zumindest immer in der Schule und meiner Umgebung wahrgenommen. Kinder denen lernen einfach von der Hand ging, wechselten auf das Gymnasium und die anderen Schüler mussten eben in die Hauptschule.

Wie wichtig es ist Neues zu lernen und sich gerade als Lehrerin mit dem Thema auseinander zu setzen, habe ich erst nach einem sehr interessanten Buch festgestellt.

Die Forschung und die lernbare Intelligenz

Es ist das Jahr 1967. Ein Student der seinen Abschluss in der Tasche hat, arbeitet an seiner Doktorarbeit in künstlicher Intelligenz und Mathematik und wird der Begründer des „Project Zero“.

Die Forschergruppe aus Harvard unter David Perkins untersuchte in einem 25 – jährigen Projekt das Lernen bei Kindern, Erwachsenen und in Organisationen.
In diesem Prozess stellte David Perkins ein kühnes, neues Konzept über die lernbare Intelligenz auf, das niemand vorher angedacht hatte.

Er glaubt an eine Intelligenz die auf drei Säulen beruht.
Der erste Teil ist angeboren und die beiden anderen Teile sind veränderbar und können lebenslang beeinflusst werden.

Dieses Bild gefällt mir als Lehrerin besser, da es mir zeigt, dass ich auch Einfluss habe auf den Prozess des Lernens und er nicht einfach unveränderbar ist.

Seine These lautet also: Wir können unsere Intelligenz lebenslang und nachhaltig verbessern.

Perkins 1: Neuronale Geschwindigkeit

Das ist die angeborene neuronale Geschwindigkeit. Menschen, bei denen sich neuronale Verbindungen langsamer aufbauen, fällt das Lernen am Beginn ihres („Schul“)Lebens meistens schwerer.

Perkins unterscheidet zwei Faktoren:

Erster Faktor:
Dieses Tempo der Neuronen ist angeboren und kann nicht verändert werden. Es ist vergleichbar mit der Reaktionszeit.
Beispiel: Wie schnell kann ich auf einen Knopf drücken, wenn die Lampe aufleuchtet.

Es geht dabei um die Geschwindigkeit mit der Neues verarbeitet werden kann.
Es handelt sich dabei um Inhalte von denen wir noch nichts gehört und gewusst haben und um Informationen oder Handlungen die wir plötzlich anders ausführen oder umlernen müssen.

Beispiel fürs Neue : Ich habe noch keine Ahnung vom Lesen und muss es neu erlernen.
Beispiel fürs Umlernen: Es gibt ein Programmupdate und einige Funktionen sind jetzt an einer anderen Stelle und müssen dort gefunden werden.
Zweiter Faktor:

Wir schließen immer von uns auf andere und glauben, dass wir alle gleich schnell lernen. Gerade deshalb haben wir als Lehrer, Eltern und Chefs eine große Verantwortung.

Was bedeutet das? Wer von dieser neuronalen Geschwindigkeit nichts weiß, glaubt sein eigenes Tempo sei das Maß aller Dinge und versteht andere Menschen (oder Schülerinnen) nicht die langsamer oder schneller reagieren.
Wir sollten also lernen das Tempo anderer zu respektieren und zu akzeptieren.

Perkins 2: Erfahrungen und Wissen

Hierbei geht es um Fertigkeiten die wir gelernt und Verhalten oder Wissen das wir uns angeeignet haben.

Beispiel für Fertigkeiten: kochen, Ball spielen, koordinative Fähigkeiten
Beispiel für Verhalten: Bei einem Bewerbungsgespräch ziehe ich mir schöne Kleidung an und versuche seriös und belesen zu wirken. Bei meinen Freunden werde ich mich natürlich anders verhalten.
Beispiel für Wissen: Ich habe mir das Einmaleins durch Wiederholung angeeignet.

Es gelten zwei Regeln:
Je mehr wir von einer Sache wissen und können, desto schneller denken, sprechen und reagieren wir, dh. desto intelligenter wirken wird.
Je mehr Fertigkeiten, Vorerfahrungen und Wissen wir schon haben, desto leichter können wir Neues hinzulernen.

Beispiel: Wer schon etwas über das Kochen weiß, wird auch kompliziertere Rezepte verstehen, im Gegensatz zum Anfänger.
Wer schon die Grundgedanken der Mathematik kennt, wird sich in der Physik leichter zurechtfinden und umgekehrt.

Unser altes und neues Wissen verkeilt sich sozusagen ineinander und wird in unserem Gehirn sinnvoll abgespeichert.

Vera F. Birkenbihl unterscheidet hier:

Pauken versus Lernen
Stures Pauken tritt auf, wenn man kurzfristig Daten und Fakten büffelt ohne sie zu verstehen. Dabei interessieren wir uns nicht dafür und es leuchtet uns nicht ein.

Lernen tritt auf, wenn ich mich interessiert mit neuen Inhalten befasse und diese begreife und durchdenken kann. Dann kann das Wissen auch eingehakt und abgespeichert werden.

Mir gefällt hier das Bild eines Ankers sehr gut. Ein Anker hält ein Schiff am Boden und es segelt nicht weg. Genauso hilft es uns, wenn wir eine Sache ganz durchdacht haben um sie in unserem Gehirn zu ankern.
Fazit: Je mehr wir wissen (Daten, Informationen, Erfahrungen, Fähigkeiten), desto besser können wir darauf zurückgreifen.

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Perkins 3: Unsere Wahl oder die Meta Intelligenz

Perkins nennt sie reflexive Intelligenz und das bedeutet, dass wir unser eigenes Denken hinterfragen können.

Welche Methoden, Strategien und Techniken kann ich verwenden um mir das Lernen konkret leichter zu machen?
Denn oft wenn wir die Methode ändern verändern wir das Ergebnis.

Im normalen Leben kennen das alle Menschen: Der Nachbar ist ein Grillkönig und bekommt die besten Steaks des Ortes gebraten und wenn es dich auch interessiert, wirst du hingehen und ihn fragen wie er das genau anstellt.

Auch in der Schule könnte man erstens die Lerntools von anderen Kindern und auch die „besten“ oder „effektivsten“ Strategien erfragen und viel mehr thematisieren, um für jedes Kind einen einfachen Lernweg zu finden.

Natürlich sollte man auch Schulkonzepte finden die erfolgreiche Ergebnisse vorweisen und überlegen, warum diese Versuche so gut funktionieren und man daher ausprobieren kann (soweit das in der Regelschule möglich ist).

Beispiel für erfolgreiches Lernen:
Schüler die ein Instrument spielen werden in allen Fächer besser, da regelmäßiges Üben eine positive Auswirkung auf die Lernfähigkeit hat (=Neurogenese).

Fazit für die Schule:

Lerne als Lehrer zu akzeptieren, dass nicht alle Kinder gleich „schnell“ denkend in die Schule kommen, sondern es am Beginn Unterschiede gibt und man diese einfach akzeptieren muss.

Baue das Wissensnetz deiner Schüler durch interessante Geschichten und vernetzte Zusammenhänge (siehe Beispiele unten) aus.

Lerne mit deinen Schülern und selber gute Lernstrategien kennen um für jedes Kind die beste Strategie zu finden, damit Lernen leicht wird.

Projekte in denen die Schüler viele Fähigkeiten und Fertigkeiten erlernen dürfen:

Ein Theaterstück aufführen:
Hier müssen die Kinder ein Drehbuch schreiben, Rollen verteilen, Texte erlernen und sich auswendig merken, das Bühnenbild kreativ erschaffen, Einladungen verschicken und viele soziale Aspekte erlernen.

Einen Garten pflanzen:
Die Pflanzen müssen besorgt werden, anschließend muss man sich damit befassen wie sich gepflegt werden und wie viel Wasser sie benötigen. Man muss sich um den Garten kümmern und einen Plan machen, wer wann dafür zuständig ist.

Eine Klassenzeitung erstellen:
Hier können die Schülerinnen zum Beispiel Themen der Gemeinde aufgreifen und darüber schreiben und berichten.

Die Bürger der Stadt interviewen:
Hier lernen die Kinder die Sicht anderer Menschen kennen und befassen sich mit der Technik von Aufnahmen. Natürlich müssen die Texte dann auch niedergeschrieben werden und die Schüler trainieren ihre Rechtschreibfähigkeiten ganz nebenbei.

Eine Ausstellung der schönsten Klassenkunstwerke im Rathaus planen:
Gemeinsam müssen die schönsten Werke, die in dem Schuljahr gemacht wurden ausgesucht werden. Ich finde es sehr wichtig, dass Bild von jedem Kind auszustellen.

Bei einem meiner nächsten Beiträge wird es um die Strategien gehen, die bei den verschiedenen Lerntypen sinnvoll sind. Ein wirklich spannendes Thema zu dem ich gerade ein Seminar besuchen durfte ☺.

Über Themenvorschläge und Rückmeldungen würde ich mich wie immer sehr freuen.

Quellenangaben für Interessierte:

Vera F. Birkenbihl, Das innere Archiv: Steigern Sie ihre Intelligenz durch nachhaltiges Gehirnmanagement, 5. Auflage: 11. Januar 2013

David Perkins, Outsmarting IQ: The Emerging Science of Learnable Intelligence, Free Press Verlag, März 1995

Wie wichtig ist die Sicht des Lehrers auf seine Schüler?

Der Rosenthal Effekt

Ich hatte in meiner Schulzeit viele tolle Lehrer, aber ein Englischlehrer ist mir sehr gut in Erinnerung geblieben. Er sagte immer: „Hauptsache du redest, denn das bringt dich weiter! Du machst das schon super! Weiter so!“, und tatsächlich war Englisch immer eines meiner Lieblingsfächer. Auch meine Französischlehrerin war eine sehr offene Person, die jeden der mitgearbeitet hat, positiv bestärkt hat. Auch ihre persönlichen Geschichten sind bei mir noch im Gedächtnis verankert.

Wer kennt das? Ich denke die meisten. Manche leider jedoch auch im negativen Sinn. Wir lernen in einem Fach wo uns der Lehrer richtig „zur Sau“ gemacht hat meistens nicht mehr gerne.

Was sagt die Wissenschaft zu diesem Thema?

Die erste bekannte Studie wurde 1963 von Rosenthal und Fode durchgeführt. Dabei sollten zwölf Studenten auf jeweils fünf Ratten achten. Sie sollten an den darauffolgenden fünf Tagen Lernexperimente mit ihnen durchführen und zwar sollten die Ratten durch ein Labyrinth zu ihrer Futterstelle finden.

Eine Gruppe Studenten bekam die Vorinformation, dass ihre Tiere besonders intelligent seien. Die zweite Gruppe bekam die Information, dass ihre Ratten es wahrscheinlich eher nicht schaffen würden, weil sie aus einem dümmeren Genpol stammen.

Beide „Annahmen“ waren jedoch erfunden, denn die Tiere kamen aus dem gleichen Stamm und wurden per Zufall auf die beiden Gruppen aufgeteilt.

Ergebnis: Ab dem vierten Tag hatte die erste Gruppe deutlich bessere Lernerfolge.

Bei der Nachbefragung der Studenten ergab sich, dass die erste Gruppe eine viel liebevollere Einstellung zu ihren Tieren hatte und das äußerte sich durch vermehrtes Streicheln, Ermuterungen und mehr Hilfestellungen. Außerdem wurde bei Fehlern im Abschlusstest eher ein Auge zugedrückt.

Da non-verbale Kommunikation zwischen Menschen eigentlich noch besser wirken müsste, gab es ein Folgeexperiment in einer Grundschule im Jahr 1965 von Rosenthal und Jacobson. Den Lehrern wurde gesagt, dass die Leistungspotenziale der Kinder mit einem Test eingeschätzt werden, und dabei die Kinder festgestellt werden, die in diesem Jahr einen besonderen Fortschritt zu erwarten hätten. Dabei wurde jeder fünfte Schüler per Zufall als „hochbegabt“ eingestuft.

Bei den Kindern wurde ein IQ Test durchgeführt und dieser wurde nach acht Monaten wiederholt. Bei den vermeintlich „hochbegabten“ Schülern konnte eine deutliche Steierung um 20 oder mehr Punkte festgestellt werden. Da sich außer den Lehrerwartungen nichts geändert hatte, sah man somit einen großen Einfluss des Lehrers auf die tatsächliche Leistung des Schülers.

In den ersten und zweiten Klassen war die Leistungssteigerung deutlich erkennbar.

In den dritten und vierten Klassen war sie nicht mehr nachweisbar. Eventuell hatten die Lehrer dieser Kinder sich schon ein zu „festes“ Bild über deren Intelligenz und Leistungsfähigkeit gebildet. Die Impulse von Seiten der Lehrer hatten auf jeden Fall nicht mehr so große Wirkung.

Welcher Unterschied zeigt sich beim Verhalten gegenüber vermeintlich „begabten“, „durchschnittlich“ oder „unbegabten“ Kindern?

Eine Studie von Chaikin, Sigler und Derlega aus dem Jahr 1974 zeigt bei als „sehr gut“ und „gut“ eingestuften Kindern folgendes:

  • sie bekamen mehr Zeit zum Beanworten der Fragen (bis zu 17mal so viel!)
  • die Kinder wurden im Unterricht öfter aufgerufen
  • sie wurden seltener vom Lehrer unterbrochen
  • sie bekamen mehr Hilfestellungen beim Lösen der Aufgaben
  • sie wurden non-verbal ermuntert durch häufiges zulächeln und zunicken und längerem Blickkontakt

Durch diese vielfältigen Hilfen, wurde den Lehrern natürlich zurückgespiegelt, dass diese Kinder tatsächlich besonders talentiert sind.

Auch der „primacy -Effekt“ spielt eine große Rolle. Wenn wir von einem Menschen am Beginn des Kennenlernens ein gutes Bild haben, wird uns das immer wieder bestätigt. Ich sehe folglich an diesem Schüler immer nur „das Gute.“ Hier haben Schüler einen großen Einfluss. Bitte liebe Eltern, erzählt diese Erkenntnis unbedingt euren Kindern weiter, denn dann werden Sie mit ihren Lehrern einen besseren Start und ein besseres Jahr haben! Das bedeutet als Schüler konkret: besonders in der ersten Zeit sollten Sie sich von der Schokoladenseite zeigen, aufmerksam mitarbeiten und sich für das Fach interessieren.

Durch Folgestudien wollte der Rosenthal – Effekt nocheinmal nachgewiesen werden.

Die enormen Effekte wie in der ersten Studie ließen sich jedoch nicht mehr replizieren. Mögliche Gründe sind Mängel bei der Durchführung der Studie, ein nicht altersgemäßer Intelligenztest oder eine zu kleine Stichprobe. Wenn es zu wenige Teilnehmer sind, können nämlich wenige positve Ausreißer als „äußerst“ positiv interpretiert werden!

Wann tritt der Rosenthal Effekt denn nun ein?

Laut Heinz Heckhausen:

  • wenn sich Lehrer und Schüler noch nicht kennen und am Beginn über einen begrenzten Zeitraum
  • wenn der Schüler weniger leistet, als ihm seine Fähigkeiten erlauben
  • wenn die Lehrerin einen Schüler unterschätzt
  • wenn die Schülerin die Meinung des Lehrers übernimmt und selbst an sich glaubt

Welche Faktoren beeinflussen negative Erwartungen an Schüler?

Wenn ein Lehrer schon eine Vorinformation über die Intelligenz des Schülers erhält, hat das einen Einfluss. Auch das Geschlecht des Kindes hat einen Einfluss z.B durch die weit verbreitete Annahme, Mädchen seien in Mathematik schlechter als Jungs. Aus welchem sozialen Milieu das Kind stammt macht ebenfalls einen Unterschied: Wenn ein Kind aus einem Akademikerhaushalt kommt, wird es oft automatisch als begabt angesehen, während Kinder mit Migrationshintergrund oder aus ärmeren Elternhäusern oft weniger Begabung zugesprochen wird. Die unbewusste Einstellung des Lehrers, dass Anstrengungen bei diesen Schülern keinen Unterschied machen, beeinflusst sein Verhalten dem Schüler gegenüber. Bei schlechtem Verhalten des Schülers, wie zum Beispiel stören oder schlagen, kümmert sich die Lehrerin meist nicht so ausgeprägt um dieses Kind, da er es als hoffnungslosen Fall sieht, obwohl genau diese Schüler meistens Zuwendung und Ermunterung bräuchten.

Sogar der sogenannte „Halo-Effekt“ spielt eine Rolle. Er wird auch „Überstrahlungseffekt genannt. Wenn wir ein Kind besonders gepflegt oder gutaussehend finden, dann bekommt es mehr Unterstützung und liebevollere Blicke. Bei weniger gepflegten und weniger „schönen“ Schülern fehlt das Feedback oft oder es ist negativ.

Was kann ich als Lehrer nun tun?

Am besten gelingt es, wenn man versucht seinen Schülern möglichst vorurteilsfrei zu begegnen und ihnen immer erneute Chancen einräumt.

Welche Sprachmuster kann ich als Lehrer verwenden, um meine Schüler zu ermuntern? Was sollte ich vermeiden?

In Konfliktsituationen: Ich weiß du kannst das besser! Ich glaube an dich! Du bist doch so ein schlauer Junge/schlaues Mädchen! Du hast so viel Energie und das ist toll. Hast du schon einmal überlegt, in einen Sportverein zu gehen? Dann kannst du deine Beweglichkeit sinnvoll nutzen.

Als Aufmunterung in der Schule: Du bist schlau! Du kommst bestimmt auf die Lösung! Das hast du gut gemacht! Weiter so!

Was man auf keinen Fall sagen sollte und spätere Blockaden auslösen kann, sind folgende Sätze: Du wirst es später zu nichts bringen! Aus dir wird nichts! Für deine Faulheit solltest du dich schämen! Von dir erwarte ich sowieso nichts mehr!

Außerdem hilft tägliche Reflexion und zu überlegen wie man seinen Schülern nun tatächlich begegnet und wie fair das Ganze abläuft.

Ich fand diese Studien und Erkenntnisse extrem hilfreich und wichtig, um in meiner Klasse bewusst darauf zu achten, die Kinder möglichst „vorurteilsfrei“ zu behandeln, um jedem die beste Zukunft zu ermöglichen. Das schaffe ich nicht jeden Tag gleich gut, aber der Weg ist das Ziel und alles was einem bewusst ist, kann man verändern!

Bald kommt ein Beitrag zu Intelligenz und den Fragen: Ist sie angeboren? Kann ein Schüler denn auch intelligenter werden und wenn ja wie?

Ich freue mich auch wenn ihr Themenvorschläge direkt an mich oder in die Kommentare schreibt!

 

Quellenangaben für Interessierte:

Podcast: www.psychologie-lernen.de von Eskil Burck

Manfred Spitzer – Geist und Gehirn z.b zu finden auf: https://www.br.de/fernsehen/ard-alpha/sendungen/geist-und-gehirn/videothek/index.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Rosenthal-Effekt#Das_Klassische_Experiment_von_Robert_Rosenthal_und_K._L._Fode

http://psycnet.apa.org/record/1974-33081-001

https://psychologieimalltag.com/2011/09/14/primacy-und-recency-effekt-2/

http://deacademic.com/dic.nsf/dewiki/1142475

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Glückliche Lehrer erleben glückliche Schüler

Kennt ihr das?

Der Wecker klingelt unaufhaltbar um kurz vor sechs in der Früh, ich bin hundemüde. Kopfschmerzen bewegen sich vom Hinterkopf in Richtung Schläfen. Es lebe der Snooze Modus! Beim vierten Läuten stehe ich fünfzehn Minuten bevor ich das Haus verlassen muss gestresst auf und kippe schnell einen Kaffee hinunter.

Der restliche Tag verläuft dann zirka so: Mir fällt ein Autofahrer auf, der mich nicht über die Straße lässt und ich bin schon sauer. Ich komme in der Schule an und eine Kollegin blickt mich schief an. Ich frage mich, was ich ihr wohl getan habe. In der Klasse streiten sich die Kinder heute ohne Ende und ich ärgere mich den ganzen Tag. Ich lasse mein Essen anbrennen, weil ich mit den Gedanken schon wieder bei den Dingen bin, die ich alle noch zu erledigen habe. Am Nachmittag finde ich keine Ruhe und hetze von Aufgabe zu Aufgabe. Gegen Abend kommt mein Mann nach Hause und steht ratlos in der Küche. Ich sehe darin einen Vorwurf und motze: „Mach dir selber essen ich gehe schlafen!“

Wie würde dieser Tag aussehen, wenn ich mir ein paar Glücksrituale einbauen würde, die Sonja Lyubomirsky, Laura Malina Seiler, Tony Robbins oder Christian Bischoff vorschlagen?

Der Wecker klingelt um kurz vor sechs, ich strecke mich und sage in Gedanken: „Danke für diesen Tag. Juhu, wieder ein Tag den ich erschaffen darf!“ Ich stehe beschwingt auf und trinke Ingwertee mit Kurkuma und frischer Zitrone. Anschließend setze ich mich an meine tägliche Meditationspraxis. Ich visualisiere meinen Tag und die Ziele die ich mir gesetzt habe. Anschließend esse ich ein gesundes und ausgewogenes Frühstück und tanze noch ein paar Takte zu meinem Powersong.

Danach fahre ich entspannt mit dem Rad in die Arbeit und pfeife so fröhlich vor mich hin, dass ich den Autofahrer zwar bemerke, ich mir aber nichts weiter dabei denke. Eine Kollegin in der Schule scheint heute sehr in Gedanken zu sein und ich frage, ob ich ihr helfen kann und mache ihr einen Kaffee. Ich merke, dass sie heute Unterstützung und Aufmunterung benötigt.

In der Schule habe ich meine tägliche Gelassenheits-Challenge und werde mir bewusst, wann ich in negative Gedankenmuster rutsche, atme dann kontrolliert ein und aus und reagiere möglichst in allen Situationen angemessen und ruhig. Ich nehme viele positive Fortschritte bei meinen Schülern wahr.

Am Nachmittag setze ich mich motiviert an meine Vorbereitung für den nächsten Tag und nach einer Pause überlege ich mir etwas Interessantes für einen neuen Blogbeitrag. Am Abend verbringe ich Zeit mit meinem Mann und Freunden und gehe mit einem zufriedenen Gefühl ins Bett.

Ich weiß, diese beiden Geschichten sind überspitzt dargestellt, aber ihr könnt mir glauben, denn ich habe beide und viele andere Varianten schon oft genug überlebt ;). Natürlich läuft auch nicht jeder Tag wie die zweite Version, aber es geht um ein erstrebenswertes Ziel, um solche Tage immer wieder zu erleben.

Was sagt die Forschung zum Glücksgefühl und der Freude?

Vorteile von Glücksgefühlen (nach Sonja Lyubomirsky, Ph D. Departement of Psychology an der UC Riverside):

  • Menschen, die sich glücklich fühlen, sind produktiver und kreativer in der Arbeit
  • sie verdienen oft mehr Geld und haben bessere Jobs
  • sie sind bessere Führungskräfte und Verhandler
  • sie heiraten eher und lassen sich seltener scheiden
  • sie haben mehr Freunde und soziale Unterstützung
  • sie besitzen oft ein besseres Immunsystem
  • sie helfen anderen mehr und leben länger
  • sie können mit Stress besser umgehen

Wow, wenn das mal kein Grund ist, sich täglich dafür einzusetzen!

Die Autorin merkt an, dass manche der oben angeführten Punkte sich gegenseitig beeinflussen. Wenn ich glücklicher durch mein Leben gehe, ziehe ich zum Beispiel eher einen guten Ehemann an und bin in meiner Partnerschaft achtsamer. Wenn ich mehr Freunde habe, bin ich natürlich glücklicher, aber durch mein positives Gemüt gewinne ich auch mehr neue Freunde dazu. Wenn ich mehr soziale Unterstützung habe, werde ich mein Projekt auch eher starten. Sie nennt dieses Phänomen: „upward spirals.“

Ihre „creativity study“ aus dem Buch „THE HOW OF HAPPINESS“ ist für uns Lehrer besonders interessant:

Erster Schritt dieser Studie war es einen guten Gemütszusand herzustellen. In diesem Fall bekam die Testgruppe ein Geschenk. Der zweite Schritt war ein Kreativitätstest, indem passende Begriffe gefunden werden mussten. Die Ergebnisse zeigten, dass die Menschen der beschenkten Gruppe auch kreativer waren.

Mein Fazit für unsere Schüler:

Wir müssen in unseren Klassen eine glückliche Atmosphäre schaffen, um bessere Ergebnisse zu erzielen.

Eine weitere sehr relevante Studie für die Schule ist die Vancouver Studie, da die Testpersonen Kinder im Alter von 9 – 12 Jahren waren.

In einem vierwöchigen Experiment sollte die Hälfte der Kinder drei Freundlichkeitsaktivitäten in der Woche ausführen und aufschreiben.

Die andere Hälfte schrieb nur auf, an welchen Orten sie waren.

Am Schluss wurde gefragt mit welchen Kindern die anderen gerne arbeiten und spielen würden.

Diejenigen Kinder, die Freundlichkeitsaktivitäten durchgeführt haben, wurden dabei häufiger genannt, obwohl diese guten Taten sogar oft zu Hause ausgeführt wurden.

Sonja Lyubomirsky verweist hier darauf, dass „gute Taten“ in der Klasse zu einer besseren Atmosphäre führen und Mobbing reduzieren können.

Können wir unser Glücksgefühl beeinflussen?

Leider ist unser Glücksgefühl nicht nur von unserem Einsatz abhängig, sondern zirka 50% sind genetisch definiert. Etwa 10% ergeben sich aus den Lebensumständen und ungefähr 40% können wir durch eigene intentionale Aktivitäten positiv beeinflussen.

Wie kann ich meine „Freudegefühle“ steigern?

Glückliche Menschen aus den Studien machen folgende Dinge:

  • Dankbarkeit und Anerkennung im Freundeskreis, Kollegium und privat zeigen
  • Freundlichkeitsaktivitäten ausführen (Bsp: Kollegen helfen, Kuchen für alle mitnehmen ….)
  • optimistisch sein und überwiegend positiv denken
  • sie vergeben sich selbst und anderen und sehen Fehler als Lernchance
  • den Moment genießen
  • Zeit mit Freunden verbringen
  • bewusste Ziele im Leben haben
  • regelmäßige Meditation und/oder das ausüben der eigenen religiösen Praxis
  • regelmäßige Bewegung/Sport

Wie kann das jetzt konkret aussehen?

  • jedes Mal im Lehreralltag, wenn Druck und Stress aufkommen, bewusst ein- und ausatmen und sich fragen: „Wofür bin ich gerade dankbar?“ „Was läuft im Moment gut in der Klasse?“ „Was kann ich aus dieser Erfahrung lernen?“
  • das Meditieren ausprobieren, zur Ruhe kommen, im Hier und Jetzt sein und Gelassenheit trainieren
  • eine Morgenroutine zulegen, damit der Tag schon gelassen anfängt und einen die kommenden Situationen nicht aus der Bahn werfen, weil man schon positiv eingestimmt ist
  • den Kollegen bewusst ehrliche Komplimente machen und ihnen sagen, wenn du ihnen dankbar bist. Das gilt natürlich auch für den Chef
  • dir deine „beste“ Zukunftsvision vorstellen, als wäre sie bereits erfüllt
  • gelungene Momente in der Klasse und privat feiern und dich daran erinnern
  • Am Ende des Tages überlegen: „Was hat heute gut funktioniert? Was kann ich morgen noch besser machen?“
  • präsent mit den Kindern deiner Klasse sein, sie ehrlich loben, sie ernst nehmen und gute Gewohnheiten in deiner Klasse einführen
  • wichtige Werte kennen und danach leben

Ein Beispiel: Ich versuche in meiner Klasse immer ruhig zu bleiben, da ich weiß, dass die Kinder noch einiges zu lernen haben und ich auch gerne mit Geduld behandelt werden möchte. So kann ich jeden Tag aufs Neue an mir arbeiten ;).

  • Eine sehr „drastische“ aber geniale Möglichkeit um „Probleme“ wieder ins richtige Licht zu rücken ist die Methode die Carlos Casteneda vorschlägt und im Video „Anti-Ärger-Strategien“ von Vera F. Birkenbihl erklärt wird.Sie heißt: „Der Tod als Ratgeber.“ Die Frage dazu lautet: Fände ich die Situation noch immer so schlimm und unlösbar, wenn ich wüsste, dass ich nur mehr vier Wochen zu leben hätte? Das rückt die Dinge meistens wieder ein bisschen in die richtige Relation zurück. Auch bei Entscheidungen kann diese Frage helfen.
  • Auf Ruhepausen und regelmäßige Bewegung achten
  • eine Dankbarkeitspraxis in der Schule und alleine zu Hause einführen
  • auf dein Umfeld achten und Zeit mit positiven und motivierenden, unterstützenden Menschen verbringen

Praxisbeispiel aus meiner Klasse:

Ich habe in meiner Vorschulklasse eine „Gute Taten Sonne.“ Die Kinder sammeln über den Tag bei positiven Aktivitäten, wie

  • teilen
  • sich gegenseitig helfen
  • Streit mit Worten lösen
  • auf Stopp Signale hören
  • bitte und danke sagen

Herzklammern. Diese werden am Ende des Tages besprochen. So wird den Kindern bewusst wie viel in der Klasse schon gut läuft und ein positiver Tagesrückblick ermöglicht.

 

 

Da weitere Details meinen heutigen Blogartikel sprengen würden, gebe ich euch zu den angeführten Themen den Tipp, sich die unten stehenden Bücher, Seminare und Videos anzusehen.

Quellenangaben für Interessierte:

Sonja Lyubomirsky, THE HOW OF HAPPINESS, A SCIENTIFIC APPROACH TO GETTING THE LIFE YOU WANT, Penguin Books

Sonja Lyubomirsky, Is it possible to become happier and, if yes, how? Vortrag an der Missouri State University gefunden auf Youtube

Vera F. Birkenbihl, Anti Ärger Strategien, Wollen Sie sich zukünftig weniger ärgern? als DVD und auf Youtube

Viele positive Umsetzungstrategien in meinem Leben habe ich aus dem Seminar „Die Kunst dein Ding zu machen“ von Christian Bischoff

Viele tolle Meditationen und Übungen zum Verzeihen findet ihr bei Laura Malina Seiler auf Youtube, in ihrem Podcast „Happy, holy and confident“ und und in ihrem Buch „Mögest du glücklich sein. Entdecke dein Höheres Selbst und verbinde dich mit deiner inneren Kraft“ erschienen bei Komplett Media

Wenn es um das eigene Vokabular und die positiven Fragen geht, die man sich selber stellen kann, liest man am besten:

Tony Robbins, Awaken the Giant within, How to take immediate control of your mental, emotional and physical self, Verlag: Free press

 

 

 

 

 

 

 

Die Hattie – Studie

Die wichtigsten Ergebnisse für uns Lehrer

In meinem heutigen Blogbeitrag fasse ich kurz und prägnant die wichtigsten Erkenntnisse zusammen.

Grundsätzliches

Hattie hat untersucht welche Faktoren einen positiven Einfluss auf den Lernerfolg haben.

Nach dem Motto „what works best“ hat er die wichtigsten Faktoren herausgehoben (Mittelwert steigt über .40 = der Durchschnitt der Klasse verbessert sich maßgeblich).

Wichtig ist für Hattie ein „visible teaching and learning“ und dafür braucht es laut Hattie folgende Punkte:

  • das aktive Lernen jedes einzelnen als Ziel
  • Lernen als Herausforderung
  • wenn Lehrer und Schüler auf verschiedenen Wegen überprüfen ob Ziele erreicht werden, wenn Feedback gegeben und nachgefragt wird
  • wenn aktive, leidenschaftliche und engagierte Menschen am Akt des Lernens teilnehmen

Hatties Lehrerbild

Ein Lehrer sollte leidenschaftlich handeln und eine ansteckende Wirkung auf Kinder haben.

Die Lehrenden sollen ihr Unterrichtshandeln immer wieder selbstkritisch überprüfen. Dabei spielt Feedback und Reflexion eine große Rolle.

Feedback:

  • Feedback an die Kinder – Fragen: Wo stehe ich? Was kann ich verbessern? Selbstverantwortung der Kinder rückt in den Fokus
  • Feedback von den Kindern und Eltern an die Lehrperson

Lehrpersonen sind der Mittelpunkt im Unterrichtsgeschehen. Seine Aussage dazu: „What teachers do matters!“

Seine unverzichtbaren Grundbedingungen des Lernens sind:

  • strukturierte, klare und störungspräventive Unterrichtsführung
  • unterstützendes, schülerorientiertes Sozialklima
  • kognitive Aktivierung der Schüler
  • fehlerfreundliche Feedbackkultur

Das Lehrerhandeln im Unterricht ist sehr wichtig und sollte oben genannte Grundbedingungen umfassen.

Beispiel: In Schweden wurden in sozialen Brennpunktschulen sogenannte „Superlehrer“ eingesetzt und die Klassen steigerten sich zu den besten Klassen des Landes!!!

Zentrale Befunde

Drei wichtige Merkmale

1) evaluative Vorgehensweise:

  • Lernmöglichkeiten der Kinder
  • Lernstand der Kinder
  • Lernprozesse ansehen und reflektieren
  • Lernerträge der Schüler

Beispiel aus meiner 4. Klasse: Lerntagebuch führen, individuelle Rückmeldung mit einem Ampelsystem und Behandlung der Lerntypen im Unterricht mit vielfältigen Anwendungen (z.B: während dem Herumgehen lernen, mit Leuchtstiften anstreichen, wichtigste Inhalte herausschreiben, vorsagen, jemand anderem Erzählen)

Wer Feedback von Kindern und Eltern einholen will findet auf folgender Seite gute Fragebögen:   www.iq.hessen.de

2) Strukturierung, Regelklarheit und Klassenführung – Die Kinder müssen genau wissen, was zu tun ist oder erlaubt/verboten ist.

Beispiel: Reflexion der Lehrperson und gegenseitiger Austausch von Kollegen mit „best practice“ Beispielen. Ein offenerer Umgang bei Fehlern wäre bei Lehrern und Schülern wünschenswert, denn nur durch unsere „Fehler“ lernen wir dazu und können uns verbessern.

3) aktivierende Lernstrategien für einen spannenden Unterricht.

Die besten Ergebnisse zu aktivierenden Lernstrategien:

  • reziprokes Lernen: Schüler werden zu Lehrenden und erklären Lerninhalte entweder vor der Klasse oder einzelnen Schülern
  • meta-kognitive Strategien: Die Schüler übernehmen Verantwortung für ihr Lernen. Sie stellen sich selber Fragen: Wie, wo und unter welchen Umständen lerne ich am besten? Welcher Lerntyp bin ich?
  • problem-solving teaching: ein Problem steht im Vordergrund und die Kinder sollen eine Lösung dafür finden (z.B Einstieg in ein Thema)
  • teacher clarity: kurze, genaue Anweisungen und viel Übungszeit
  • Feedback
  • goal challenging: herausfordernde Ziele für die Schüler kommunizieren
  • kooperatives Lernen: die Kinder müssen dabei klar wissen wer welche Rolle in der Gruppe hat
  • Lehrer-Schülerbeziehung: Zuwendung, Empathie, Ermutigung, Respekt, große Leistungserwartungen und gutes soziales Miteinander in der Klasse

 

bei leistungsschwachen Schülern:

Gute Ergebnisse erzielten Leseprogramme, Wortschatzprogramme und fachspezifische Programme am Computer.

 

Überraschungen und Enttäuschungen der Studie:

 

  • geringer Effektmaß von Hausaufgaben (vor allem bei schwächeren Schülern)
  • systematische Elternarbeit ist sehr einflussreich: Eltern sollen wissen wie sie ihr Kind unterstützen können (Lernprogramme, Material, Einstellungen zur Schule)
  • wichtiger ist eine gute Rhythmisierung des Lernens, als die Lernzeit an sich: lieber mehr Wiederholung und dafür kürzere Einheiten
  • offenes Lernen ist nur sinnvoll wenn eine klare Strukturierung vorliegt, herausfordernde, aktivierende Inhalte enthalten sind und eine passende Rhythmisierung gegeben ist. Offenes Lernen alleine hat zu wenig Effekt.
  • Auch angeleitete Phasen „direkter Instruktion“ sind wichtig: gut strukturiert und angepasst an das Vorwissen der Lernenden
  • Hattie sieht den Lehrer als aktiven Unterrichtsgestalter, der genau weiß was in seiner Klasse vorgeht, sich die passenden Unterrichtsmodelle heraussucht und verschiedene Lernformen gut miteinander verbindet
  • Am Schluss betont Hattie nocheinmal die herausragende Rolle der Lehrperson auf den Lernerfolg: sowohl persönliche Merkmale (Einstellungen, Haltungen) als auch unterrichtliche Verhaltensweisen der Lehrperson beeinflussen den Lernerfolg maßgeblich
  • Selbtwirksamkeitsprüfung ist sehr relevant: Fragebögen zur Unterrichtsqualität

Auszug aus dem Artikel namens „Gute Lehrer“ untermauern Hatties Statements:

  • Fachwissen mit didaktischem Geschick vermitteln
  • Das Wissen, wie Schüler und Eltern zu beraten sind
  • Feuer für den Unterricht schüren
  • selber von den Fächern begeistert sein

Stavros Louca (Superlehrer aus Schweden):

  • Erst die Regeln dann die Freiheit/Individualität
  • Persönliche Begrüßung der Kinder an der Klassentüre
  • Respektvoller Umgang miteinander. Als Lehrer sollte man nicht sagen: „Das ist falsch!“ Eine freundlichere Formulierung wäre: „Bist du sicher? Wissen die anderen weiter?“
  • Jede Lerneinheit als Herausforderung sehen: „Knackt ihr auch diese harte Nuss?“
  • Bloß nicht beschämen: Kraft des Respekts und der positiven Verstärkung
  • sich gegenseitig zu helfen sollte in der Klasse sein, denn dann kann jeder sich verbessern
  • Rhythmisierung: Lerneinheit/ Meditationsübung/ Scherze/ Gruppenarbeit/ Einzelarbeit/ Frontalunterricht/ Erklärungen für Einzelne/ persönliche Anekdoten/ Showeinlagen oder Bewegung

Quellen für Interessierte:

Geo Heft 2/2011, Artikel „Gute Lehrer“

Schulqualitätsentwicklung: Die Hattie Studie Hintergrundartikel von Ulrich Steffens und Dieter Höfer zur Studie von John Hattie („Visible Learning“, 2009) Mit freundlicher Genehmigung des Instituts für Qualitätsentwicklung, Wiesbaden. Stand: 05.05.2014 – zu finden im Internet auf der SQA Seite

 

Erfolg beim Lernen = Erfolg im Leben ☺

Wie können wir erfolgreich lernen?

In meinem heutigen Blogartikel werde ich dazu drei Bereiche näher betrachten und anschließend Konsequenzen schlussfolgern:

1) Was braucht es für Lernerfolg?

2) Welche Grundmenschentypen gibt es und was hilft mir diese Info?

3) Was ist der Lernberg?

4) Schlussfolgerungen

 

1) Lernerfolg

KAWA nach Vera F. Birkenbihl

ERN – Welle (= error related negativity/nanu Welle)

Wenn wir Menschen einen Plan oder ein Ziel verfolgen, dann kommt es, wenn uns das Thema interessiert, zur Dopaminausschüttung im Gehirn. Wenn uns dann dabei ein Fehler passiert, gibt es drei mögliche Szenarien die uns weiterhelfen oder nicht. Ich nehme jetzt einmal uns Lehrer als Beispiel :).

erstes Szenario:

Wir registrieren den Fehler unbewusst und verbessern ihn.

Bsp: Wir merken unbewusst, dass wir zu schnell vorgehen und wiederholen oder erklären ein Thema nochmals.

Es erfolgt eine sehr kurze ERN-Welle und wir verändern unser Verhalten unbewusst.

zweites Szenario:

Der Fehler kommt in unser Bewusstsein und wir korrigieren ihn selbst.

Bsp: Wir merken, dass wir die Kinder bei einem Thema schon zu lange in Anspruch nehmen und sie müde werden und bauen eine auflockernde Übung/ kurze Turnsequenz in unseren Unterricht ein.

Es erfolgt wieder eine kurze ERN-Welle und danach widmen wir uns wieder der Tätigkeit und das Hirn schüttet beim Erreichen des Ziels/Plans Serotonin aus.

Wir bilden in Szenario eins und zwei Selbstvertrauen aus und gewinnen Selbstsicherheit und Vertrauen in unsere Fähigkeiten.

drittes Szenario:

Jemand kritisiert uns für unser Fehlverhalten (=holt es zwanghaft in unser Bewusstsein). Wir werden zögerlich und verfallen in Panik. Die Dopaminproduktion wird eingestellt und wir verfallen in die ERN – Welle. Wenn das immer wieder passiert, werden wir zunehmend unsicher und verlieren unser Selbstbewusstsein und unsere Lernlust.

Bsp: Der Schulinspektor ist bei uns zu Besuch und wir versuchen alles perfekt zu machen und dennoch sind wir mit den schwierigen Schülern unsere Klasse in einer Sequenz überfordert und es wird anschließend kritisiert.

Wir hätten es vermutlich auch so registriert und verbessert, allerdings ohne negativen Stresseffekt ;).

 

Interessantes aus der Forschung:

Benjamin Bloom hat in seinem Buch „Developing talent in young people“ untersucht welche Voraussetzungen Kinder brauchen um später im Leben erfolgreich zu werden. Er hat dabei vor allem auf folgende Gruppen Rücksicht genommen: Künstler, Athleten und Forscher.

Daher eine kurze Zwischenfrage.

Welche Faktoren waren entscheidender für den späteren Erfolg:

  • Begabung/Talent
  • Begeisterungsfähigkeit
  • Entschlossenheit beim Üben
  • Sonstiges

 

Bitte kurz notieren, was du glaubst, denn auch ich habe falsch getippt ;).

Tada …….

 

 

Es war tatsächlich die Entschlossenheit beim Üben der ausschlaggebende Unterschied.

Auch die Eltern erfolgreicher Kinder hatten einige Gemeinsamkeiten:

1.) Fragen stellen war erwünscht und Neugierde wurde gefördert. Es wurde gemeinsam Entdeckerfreude praktiziert. Wenn die Eltern etwas nicht wussten wurde nachgesehen oder nachgeforscht. Es stand nicht die Antwort im Vordergrund, sondern der offene und wache Geist.

Fragen wie: „Warum ist der Himmel blau?“, sind ja oft bei Lehrern sehr unbeliebt, weil sie nicht beantwortet werden können ohne selbst Wissenslücken zuzugeben ;).

2.) In allen Elternhäusern wurde die Selbstständigkeit gefördert.

Bsp: Eigenes Jacke an- und ausziehen und Schuhbänder binden wird zugelassen, auch wenn es mehr Zeit in Anspruch nimmt.

3.) Es wurde in allen Elternhäusern fleißig die Tätigkeiten der einzelnen Interessen geübt.

Bsp: täglich Klavier üben, täglich Sport treiben oder täglich kreative Fragen stellen ;).

Jeder kennt bestimmt den Spruch: „Kein Meister fällt vom Himmel“ und in vielen Fällen scheint er sich zu bewahrheiten.

2) Welcher Menschengrundtyp bist du?

 

dav

 

Es macht im Leben einen entscheidenden Unterschied ob man seine Stärken und Fähigkeiten kennt und für den richtigen Beruf einsetzt.

Vera F. Birkenbihl unterscheidet hier:

  • Menschen die an Leuten orientiert sind
  • Menschen die an einer Aufgabe orientiert sind

Niemand ist natürlich nur das eine, oder nur das andere, allerdings weisen wir starke Tendenzen in eine Richtung auf.

Hier wäre eine gute Übung sich selbst zu fragen, in welchem der Bereiche man sich selbst eher wiederfindet. Im Alltag kann man schauen: Was kann ich besonders gut? Kann ich gut mit Menschen umgehen? Hören mir Menschen gerne zu? Habe ich schon einmal Komplimente dafür bekommen? Bin ich gerne am Schreibtisch und lese Fachliteratur? Schreibe ich gerne Bücher und arbeite selbstständig oder umgebe ich mich gerne mit anderen?

Je nachdem welcher Typ du bist, ist auch ein anderer Beruf geeignet, bzw. ist es eventuell schwieriger eine bestimmte Arbeit auszuführen. Natürlich gibt es auch Tätigkeiten, wo beide Fähigkeiten von Belang sind. Ich denke dabei z.B an Ärzte. Da ist sowohl eine gute Fachkompetenz, als auch der gute Umgang mit Patienten wichtig.

Auch bei Lehrern will ich die Fachkompetenz nicht schmälern, allerdings ist hier eindeutig der liebevolle Umgang mit Kindern die Grundvoraussetzung um diesen Beruf mit Leidenschaft zu ergreifen.

Als Physiker oder Mathematiker steht natürlich die Selbständigkeit und das zu lösende Problem im Vordergrund und somit ist das ein guter Beruf für Menschen die gerne erforschen und somit an Aufgaben orientiert sind.

 

3) Der Lernberg

Lernberg

 

Vera F. Birkenbihl spricht in ihren Kursen und im Buch „Trotzdem Lehren“, dass ich allen Lehrern wärmstens ans Herz lege, über den Lernberg.

Sie unterstreicht in allen Vorträgen und Beiträgen, wie wichtig es ist im Anfängerbereich (oben mit E gekennzeichnet) ohne Kritik und Frust zu lernen. Das spielerische Probieren und Lernen ohne Angst ist für Sie hier essenziell und Kritik führt ihrer Meinung nach in diesem Teil des Lernens nur zu andauernden ERN-Wellen und daher Lernunlust.

Die Kinder verfügen in dieser Lernphase nur über ein loses Wissensnetz und können noch auf wenig bis kein Vorwissen zurückgreifen. Daher bringt es nichts, sie zu verbessern, da sie sich vorher das Grundwissen durch incidentales bzw. spielerisches Wissen erst erlernen sollen.

In der nächsten Phase ist der Fleiß dann von großer Bedeutung. Je mehr ein Kind sich interessiert und die neuronalen Verbindungen ausbaut, desto ausgeprägter werden die Verknüpfungen und desto besser wird das Kind in einem Bereich bzw. desto mehr weiß das Kind.

Im Profibereich ist Feedback sogar für den Fortschritt sehr wichtig, da wir selber verstehen, was und wie wir uns genau verbessern können.

Ein Beispiel aus dem Sport, aus eigener Erfahrung: Am Anfang beim Skifahren, musste ich mich noch sehr auf die Grundtechnik konzentrieren, um überhaupt die Skipiste hinunter zu kommen. Als ich eine solide Vorerfahrung hatte, konnte ich lernen den Oberkörper nicht bei jeder Drehung mitzubewegen und habe die Anweisungen auch verstanden. Am Beginn wusste ich nie, was damit gemeint war ;).

 

4) Was heißt das jetzt konkret für uns Lehrer bzw. für alle Lernenden?

Wir sollten Kinder oder Lernanfänger gerade am Beginn nicht kritisieren und verbessern und somit lange ERN-Wellen erzeugen, sondern sie begleiten und eine Umgebung schaffen in der die Kinder ohne Furcht und Angst Fehler machen dürfen um sich täglich zu verbessern.

Ich bin sowieso ein Freund der positiven Betrachtungsweise. Somit kann man hier gleich üben die Stärken der Kinder zu sehen und sie in ihrem Tempo lernen zu lassen, statt sie durch den Stoff zu hetzen :).

Benjamin Bloom zeigt uns, wie wichtig es ist Kindern ihre Neugierde zu erhalten und sie sogar anzuhalten Fragen zu stellen und diese zu ergründen. Dabei dürfen wir als Lehrer, meiner Meinung nach, auch zugeben, wenn wir etwas nicht wissen und ebenfalls nachsehen müssen. Das nimmt für alle Beteiligten viel Druck aus einigen Situationen ;).

Auf die Selbstständigkeit in der Klasse sollten wir großen Wert legen und die Kinder, in ihrem Tempo die Dinge selber erledigen und ausprobieren lassen. Ich übe mich im Moment selber in meiner Vorschulklasse täglich in Gelassenheit :).

Auch dem Üben kommt eine große Bedeutung zu. Das heißt für uns Lehrer nicht nur Stoff in die Hirne reinpauken lassen – Vera F. Birkenbihl nennt das nicht so liebevoll Bulimielernen, sondern die wichtigen, grundlegenden Dinge immer wieder auf andere Weise und am besten spielerisch in den Unterricht zu integrieren.

Beim Grundtyp, egal welcher Typ wir sind, können wir uns fragen ob wir auf unsere Schüler schauen, oder gerade nur unseren heißgeliebten Stoff durchboxen wollen. Oder im umgekehrten Fall auch darauf achten, den fachlichen Inhalt nicht immer zu vernachlässigen, bzw. ihn gut vorzubereiten ;).

Der Lernberg zeigt, dass Kritik, bzw wie ich es lieber nenne Feedback, sinnvoll ist, wenn der Lernende versteht was er konkret verbessern kann und das Grundwissen hat um sich darin zu verbessern.

 

Quellenangaben für Interessierte:

Vera F. Birkenbihl: DVD Erfolg

Ein bunter Strauß Wissen: Vera Birkenbihl im Gespräch 6.9.2010 auf www. gea.de

Bloom, B (1985) Developing talent in young people. New York: Balantine Books

Vera F. Birkenbihl, Trotzdem Lehren, mvg Verlag, 7. Auflage 2017

 

 

Jahresabschlussgedanken Jahr 2017☺

 

1) Wer hat mein Leben dieses Jahr besonders beeinflusst und warum?

Vera F. Birkenbihl beim Lehren und Lernen und den persönlichen Themen Eigenverantwortung und Antiärgerstrategien.

Tony Robbins mit Inhalten der Persönlichkeitsentwicklung. Besonders das Hinterfragen des eigenen Vokabulars, sich gute Fragen zu stellen, Ziele und Visionen zu verfolgen und die eigenen Regeln und Werte zu kennen.

Christian Bischoff mit Inhalten der Persönlichkeitsentwicklung. Die Hauptthemen waren Selbstvertrauen, Ziele setzen lernen, Durchhaltevermögen, in die Umsetzung kommen und Gewohnheiten zu verändern. Meine neue Schule in Hall mit einem herzlichen Direktor samt Team.

 

2) Was sind die drei wichtigsten Erkenntnisse dieses Jahres?

Ich lebe Eigenverantwortung und bin im Leben genau da wo ich sein soll. Ich jammere (fast) nicht und mache das beste aus jeder Situation und frage mich wie ich etwas Ändern kann. Wenn ich nichts verändern kann akzeptiere ich die Situation, ändere mich selbst oder verlasse die Situation in der ich bin (z.B Schulwechsel). Diese Eigenverantwortung gilt auch für Gefühle die ich erzeuge und an andere weiter gebe und für die Gedanken die ich über mich und andere denke. Ich habe eine Vision, einen Fixstern, nämlich jeden Tag mein bestes zu geben.

Unser Unterbewusstsein ist extrem riesig und es ist wichtig meine eigenen Programme zu kennen und bewusst zu entscheiden ob ich sie so behalten will oder was ich im Leben anders haben will. Dafür prägend sind die Vorbilder und Menschen mit denen ich mich umgebe und was ich lese und konsumiere (TV, Podcasts ect….) Entscheidungen treffe ich deshalb mit diesen inspirierenden Personen im Bewusstsein.

Das was ich aussende, kommt zu mir zurück oder anders ausgedrückt: Das worauf ich mich fokussiere werde ich überall wiedersehen.

Ich entscheide also selbst, ob ich mich auf positive Menschen in meinem Umfeld einlasse oder ob ich negativen Menschen oder Dingen einen großen Stellenwert gebe. Die Welt ist ein Spiegel oder: „Wie man in den Wald hinein ruft so kommt es zurück.“ Wenn ich mit Liebe und Verständnis durch die Welt gehe wird das in vielen Fällen zurückgegeben.

Bsp: Skoda Fabia Kombi in rot wurde neu gekauft und plötzlich sieht man ihn überall herumdüsen.

Ich muss unbedingt lernen meine Meinung zu sagen und zu vertreten (in einem liebevollen Ton) und keine Angst vor Ablehnung anderer Menschen zu haben.

 

3) Habe ich 100% gegeben und bin ich meinen Werten treu geblieben?

Ja ich habe mich dieses Jahr sehr positiv entwickelt: Ich sehe nur TV-Serien oder Filme die ich wirklich sehen will und konsumiere keine Nachrichten mehr. Ich habe mich mit vielen neuen Dingen befasst und meine Lernfreude dieses Jahr erst so richtig wiederentdeckt. Eigentlich lerne ich das erste Mal im Leben so richtig mit Freude. Eine spannende Sache am älter werden: Man wechselt die Perspektive und versteht, dass man nicht ewig auf dieser Welt sein wird. Ich habe positive Seminare besucht und tolle, neue Leute kennengelernt.

Woran ich auf jeden Fall noch arbeiten muss, ist meine Versprechen zu halten, bzw. meine Meinung so klar zu sagen, dass keine falschen Versprechen entstehen können.

 

4) Wofür bin ich dankbar?

Ich bin sehr dankbar für meinen wunderschönen Wohnort Absam bzw. für Tirol, da ich mich in den Bergen und der Natur sehr wohlfühle.

Ich bin sehr dankbar für meinen Mann Alex, der eine rationale und wissenschaftlichere Weltsicht in mein Leben bringt, die sehr wichtig ist.

Ich bin sehr dankbar für die Freunde in meinem Leben die mir Freude und gute Gedanken schenken, an mich glauben und mich unterstützen.

Ich bin sehr dankbar für meine Schule und die netten Kollegen/innen.

Ich bin dankbar, dass ich keine existenziellen Probleme habe und mir im Supermarkt einfach mal so alles kaufen kann, was ich zum Leben benötige.

Ich bin dankbar für meine Träume und positiven Gedanken, die jeden Tag mehr in die Welt hinaus strahlen.

 

5) Bin ich in meinen Beziehungen so, wie ich sein möchte?

Ich arbeite daran und es wird jeden Tag immer besser. Woran ich noch arbeiten kann:

+ Vorwürfe aufzugeben und sachlich über andere Meinungen zu reden

+ mich bei Personen zu melden die mir wichtig sind und bewusst Zeit mit ihnen zu verbringen

+ meine Versprechen einzuhalten bzw. klar zu kommunizieren

 

6) Was würde ich rückblickend anders machen?

Ich hätte schon viel früher begonnen mich mit vielen verschiedenen Themen zu beschäftigen, dich ich jetzt äußerst interessant finde.

Bsp:

+ Warum wir uns so verhalten wie wir uns verhalten oder unsere Programme und Muster des Unterbewusstseins

+ Lernen und Lehren und wie unser Gehirn funktioniert

+ Persönlichkeitsentwicklung und Glücksforschung und wie ich positive Gefühle und Gedanken entwickle

+ Gewohnheiten – welche sinnvoll sind und mich voranbringen

+ Beziehungen und wie ich sie gut meistern kann

+ Sport, Sport, Sport, den ich so sehr liebe

 

7) Was möchte ich beitragen?

Ich möchte diese Welt zu einem fröhlicheren, positiveren Ort machen und alles was ich dazu beitragen kann auch tun.

Ich möchte überall positive Gefühle und Gedanken verbreiten und dafür die richtigen Fragen stellen.

Bsp:

Wofür bist du heute dankbar?

Was war dein schönstes Erlebnis?

Erzähle einmal von deiner Reise nach ….?

Ich möchte alles über Schule erfahren und wie ich Kinder bestmöglich auf ihrem Weg begleiten kann ohne sie zu verbiegen. Außerdem wäre ich gerne ein Vorbild und eine Inspiration. Ich möchte Konzepte erschaffen und umsetzen, bei denen lernen Spaß macht und für alle Kinder möglichst leicht ist.

Ich möchte die Zeit haben mich mit meinen gewünschten Themen zu beschäftigen und dazu Vorträge halten um möglichst vielen positive Lernstrategien weiterzugeben.

Ich möchte eine Familie haben und meinen Kindern vermitteln, dass sie, genau so wie sie sind liebenswert sind.

 

8) Wofür möchte ich mir mehr Zeit nehmen?

Ich möchte mir bewusst mehr Zeit für meine Freundschaften in Innsbruck nehmen und für meine Beziehung.

Ich möchte in diesen Situationen wirklich präsent sein und dabei Blickkontakt halten und der Zuhörer sein, der nicht nur selber erzählen will.

Ich möchte jeden Tag mit persönlich, relevanten Inhalten Zeit verbringen und mich täglich bewegen.

9) Was möchte ich Neues lernen?

Ich möchte alles von Vera Birkenbihl lernen.

Ich möchte wissen, wie ich meinen Unterricht optimieren kann und den Kindern möglichst viel Spaß und Wissen weitergeben kann.

 

 

 

 

 

 

fcveb
Glitzerhaube 🙂

 

Willkommen, Willkommen ihr Sonnenscheine :)

Am Ende dieses Jahres wurde es nun Zeit in die Umsetzung zu kommen und meinen Blog „Lernfreude an Bord“ zu starten.

Ich möchte euch in meinen Blogbeiträgen Inspirationen für Lernlust statt Lernfrust zur Verfügung stellen.

Ich werde Bücher vorstellen und meine wichtigsten Lerninhalte mit euch teilen. Dabei liegt das Hauptaugenmerk natürlich beim Lernen – und das in allen Lebensbereichen!

Ich freu mich auf euch 🙂

Eure Iris